Das Hans-Fallada-Museum in Carwitz

Ausstellungen im Hans-Fallada-Museum

Sonderausstellung

Sonderausstellung im Scheunensaal des Hans-Fallada-Museums: „Bühne frei für Fallada“ – Plakate und Programme

Bis Juni 2026 ist im Scheunensaal des Hans-Fallada-Museums die Sonderausstellung „Bühne frei für Fallada“ zu sehen. Anlass für die Ausstellung ist eine Schenkung des Schweizer Germanisten Johannes Matthias Schläpfer-Wochner, der dem Museum im Rahmen der 34. Hans-Fallada-Tage eine umfangreiche Sammlung an Plakaten und Programmheften zu Fallada-Theaterinszenierungen übergab.
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben, hat Johannes Schläpfer für den Zeitraum zwischen 1972 und 2025 allein 141 Inszenierungen von „Kleiner Mann – was nun?“ und 30 von „Jeder stirbt für sich allein“ ausfindig gemacht. Daher werden zu diesen beiden Stücken auch die meisten Plakate gezeigt.
Die Ausstellung, die durch die Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert wurde, ist während der Öffnungszeiten des Museums zu besichtigen. Der Kauf einer Eintrittskarte für das Museum berechtigt auch zum Besuch der Sonderausstellung.

Wanderausstellungen

Hans Fallada
(Literaturzentrum Neubrandenburg, Hans-Fallada-Archiv)

Hans Fallada war ein Büchernarr und großer Literaturkenner. Er nahm am literarischen Leben der Weimarer Republik rege Anteil, auch als Kritiker und Publizist. Die Kritiker-Ausstellung der Hans-Fallada-Gesellschaft, die über das Jahr 2023 hinaus im Scheunensaal des Hans-Fallada-Museums präsentiert wurde, macht auf diese weitgehend unbekannte Seite des Schriftstellers aufmerksam. Sie spiegelt die gesamte Bandbreite der Interessen Falladas wider: Romane, Kinderbücher, Alltagslyrik, Reportagen, politische Sachbücher und sogar Gartenbücher.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Wie aber bestehe ich vor Dir, sehr liebe Verwandtschaft?!

Die Ausstellung der Hans-Fallada-Gesellschaft, „Hans Fallada – Familienbilder. Wie aber bestehe ich vor Dir, sehr liebe Verwandtschaft –?!“ schöpft aus den ergiebigen Beständen des Hans-Fallada-Archivs und rückt Erinnerungen, Briefe und Fotos der Familie Ditzen in den Mittelpunkt. Das meiste Material wird damit erstmalig veröffentlicht.

Umfangreiche Recherchen in Archiven und Sammlungen Deutschlands förderten Details von Lebensläufen der Familienmitglieder zu Tage und schaffen, auf 16 biografischen Tafeln und sechs Thementafeln mit Hilfe von 248 Fotos und Dokumenten, das individuelle Porträt einer bürgerlichen Familie von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zum Ende des 2. Weltkrieges.

Den Kristallisationspunkt der Darstellung bilden der Schriftsteller Hans Fallada, der sich als „ein Glied in einer unendlichen Kette“ empfand, seine Briefe und sein literarisches Werk. Ein beeindruckender Familien-Stammbaum ergänzt die Schau.

Die Erarbeitung der Ausstellung übernahmen die Germanistin und Leiterin des Fallada-Archivs Erika Becker, Hans Falladas jüngster Sohn Achim Ditzen und die Kulturwissenschaftlerin Heide Hampel. Den Stammbaum entwarf Dieter Urban, die künstlerische Gestaltung oblag Caterina Muth und die Herstellung der Steffen GmbH in Friedland. Archive, Museen und Privatpersonen aus ganz Deutschland unterstützten das Entstehen mit Materialien, Auskünften und tätiger Hilfe.

Der Abdruck von Zitaten aus Werken und Briefen Hans Falladas erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Aufbau Verlages in Berlin. Das Projekt der Hans-Fallada-Gesellschaft förderten das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern sowie die Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Die Ausstellung steht interessierten Museen, Gedenkstätten und Institutionen als Wanderausstellung zur Verfügung. Bitte melden Sie sich bei:

HANS-FALLADA-GESELLSCHAFT e. V. OT Carwitz

Zum Bohnenwerder 2
17258 Feldberger Seenlandschaft
Telefon/Fax (039831) 20359 E-Mail: hfg@fallada.de
www.fallada.de

Otto und Elise Hampel – Karte bitte wandern lassen!
Zwischen 1940 und 1942 riefen Otto und Elise Hampel, ein unscheinbares Berliner Arbeiterehepaar, mit Postkarten und Flugzetteln zum Sturz des Naziregimes und zur Beendigung des Krieges auf.
Soweit wir heute wissen, wurden die allermeisten der weit über 200 Postkarten und Flugzettel, die die Hampels in Treppenhäusern und Briefkästen hinterlegten, von ihren Findern bei der Polizei abgegeben. Nach zwei Jahren illegaler Untergrundtätigkeit wurden die Hampels erwischt und denunziert. 1943 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt, starben sie noch im gleichen Jahr unterm Fallbeil der Hinrichtungsstätte Plötzensee.
Hans Fallada verarbeitete das Schicksal der Hampels literarisch in seinem Roman Jeder stirbt für sich allein (posthum 1947 erschienen).
Die Ausstellung stellt fotografische Reproduktionen der Original-Postkarten und -Flugzettel aus dem Bundesarchiv in den Mittelpunkt.
Kurator Christian Winterstein, Vorsitzender der Hans-Fallada-Gesellschaft e. V., möchte daran erinnern, dass es Menschen gegeben hat, die in einer gesellschaftlichen Umgebung, die geprägt war von Anpassungsdruck und barbarischer Herrschaft, das Empfinden für Gerechtigkeit nicht verloren; die, allein und auf sich gestellt, den Mut und die Hoffnung fanden, praktisch Widerstand zu leisten.
Fotografien und ein Einführungstext vertiefen die Präsentation. Christian Winterstein steht gerne für Vorträge und mit seiner Lesung Wer waren Otto und Elise Hampel? zur Verfügung.
Die Ausstellung ist seit 2015 bundesweit in Museen, Bibliotheken und Kultureinrichtungen erfolgreich unterwegs:
Anfragen nimmt Christian Winterstein gern entgegen: info@christianwinterstein.de; 0152 118 118 89.

Zu den 28. Hans-Fallada-Tagen am 20. Juli 2018 wurde die neue Sonderausstellung „‚Sonst nichts Neues.’ Die Feldpostbriefe des Ulrich Ditzen (1896 – 1918)” eröffnet.
Ulrich Ditzen war der jüngere Bruder von Hans Fallada. Er hat sich von der Schulbank weg zu Beginn des Ersten Weltkrieges als Freiwilliger gemeldet und war fast vier Jahre lang an der Westfront in der Gegend um Lille eingesetzt, bevor er im August 1918, wenige Wochen vor Kriegsende, verschüttet wurde. Die über 500 Briefe und fast 300 Fotografien, die er während seines Einsatzes an seine Familie schrieb, sind erhalten und Gegenstand dieser Ausstellung.
Die Karten, Briefe und Fotografien geben vielfältige Einblicke in das Soldatenleben und den militärischen Dienst, enthalten neben erschütternden Begegnungen mit Tod und Gewalt auch amüsante Anekdoten über Kameraden und Vorgesetzte, fesselnde Berichte über Kampfeinsätze und die allgegenwärtige Jagd nach dem ersehnten Kriegsorden, dem „Eisernen Kreuz“. Kommentare zur Feindbildpropaganda wechseln mit Reflexionen über die Männergesellschaft an der Front ab, verwoben mit vielfältigen Lektüreeindrücken und der
individuellen Antwort auf die Frage: Wie war der Krieg wirklich?

Weitere Informationen finden Sie hier.