Das Hans-Fallada-Museum Carwitz

Hans-Fallada-Museum in CarwitzArbeitsplatz von Hans Fallada Das heutige Hans-Fallada-Museum war von 1933 bis 1944 der Lebensort des Erzählers. In Carwitz entstand der größte Teil seines epischen Werks. Anna Ditzen verkaufte das Anwesen 1965 an den Kinderbuchverlag Berlin.

1977 wurde das Arbeitszimmer des Schriftstellers der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 1983, zum 90. Geburtstag des Erzählers, gründete sich ein Verein, der sich, da es in der DDR keine privaten Vereine geben durfte, „Freundeskreis Hans Fallada“ nannte. Auf Initiative von Mitgliedern des Freundeskreises gründete sich 1991 die Hans-Fallada-Gesellschaft. Nachdem die Stadt Feldberg mit Unterstützung des Kultusministeriums des Landes Mecklenburg-Vorpommern das Haus erwerben konnte, nahm die Hans-Fallada-Gesellschaft 1995 den Museumsbetrieb auf.  Zwischen 1996 und 2002 wurde das gesamte Anwesen unter denkmalpflegerischen Aspekten restauriert und dem Zustand von 1938 angenähert. In den Jahren 2006 und 2007 wurde im Zuge einer zweiten Ausbauphase die Ausstellungsfläche deutlich erweitert.

Die neun Museumsräume, u.a. das in seiner ursprünglichen Ausstattung erhaltene Arbeitszimmer Hans Falladas, das Esszimmer der Familie sowie original nachgestaltete Räume wie die Veranda und die Küche bieten vielfältige Einblicke in die Lebens- und Arbeitswelt des Erzählers. Ergänzt werden diese durch die Fotoausstellung „Hans Fallada – Lebensorte“, eine vollständige Erstausgabensammlung seiner Werke, eine Ausstellung zum Kinderbuchautor Fallada im ehemaligen Zimmer der Tochter Lore, kleinere Sonderausstellungen zu Fallada-Themen im Obergeschosses sowie Dokumentationen im Filmzimmer des Museums. Im Scheunensaal des Anwesens sind zudem Wechselausstellungen zu sehen. Zwischen diesen Sonderschauen vermittelt die Ausstellung „Hans Fallada – Der Fotograf“ einen interessanten Blick darauf, wie der Erzähler selbst sein Anwesen und die Carwitzer Umgebung wahrnahm.

Auf dem direkt am Carwitzer See gelegenen und heute parkähnlich angelegten Anwesen sind das Bienenhaus, das Dreiecksbeet und die Sitzecke am Seeufer Anziehungspunkte. Das Scheunentheater bietet zudem einen würdigen Rahmen für sommerliche Lesungen, Konzerte und Theateraufführungen.

Ganzjährig werden im Museum Führungen, Literarische Spaziergänge, Vorträge und Lesungen angeboten. Darüber hinaus verfügt das Haus über ein modernes Audio-Führungssystem, sowie spezielle Angebote für Kinder.  Über dem Scheunensaal bietet das vom Literaturzentrum Neubrandenburg betriebene Hans-Fallada-Archiv hervorragende Arbeitsbedingungen. Seit 2002 ist das Hans-Fallada-Museum Carwitz von der Bundesregierung als „Kultureller Gedächtnisort von nationaler Bedeutung“ zertifiziert.
(Fotos: Thomas Mészáros, Greifswald)